Dienstag, 27. Januar 2015

12.05
hr2-kultur
Doppelkopf

Am Tisch mit Helga Pollak-Kinsky, „Theresienstädterin“

Gastgeber: Jochanan Shelliem
Wiederholung um 23.05 Uhr

Helga Pollak-Kinsky, 1930 als Helga Pollak in Wien geboren, war zwölf Jahre alt, als sie im Januar 1943 mit ihrem Vater Otto Pollak ins Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Bereits mit dem Einmarsch deutscher Truppen in ihre Heimatstadt am 12. März 1938 war ihr bislang behütetes Leben aus der Bahn geraten. Zum Schutz vor den Nazis brachten ihre Eltern sie zu Verwandten in die tschechische Stadt Kyjov. 1941 gelang es ihrem Vater von Wien nach Kyjov überzusiedeln, von wo beide Anfang 1943 nach Theresienstadt deportiert wurden. Die Mutter war nach Großbritannien emigriert. Helga, die zwischenzeitig zur Zwangsarbeit verlegt worden war, erlebte die Befreiung mit ihrem Vater in Theresienstadt.
Nach dem Krieg ging sie zu ihrer Mutter nach London. 1951 heiratete sie und kehrte 1957 mit ihrem Mann nach Wien zurück.
Vor einem Jahr sprach Helga Pollak-Kinsky in Genf bei der Holocaustgedenkfeier der Vereinten Nationen. Im letzten Jahr erschien auch „Mein Theresienstädter Tagebuch 1943-1944 und die Aufzeichnungen meines Vaters Otto Pollak“. Am 17. Januar 1943, ein Tag vor der Deportation, hatten Vater und Tochter ihre Erlebnisse aufzuzeichnen begonnen – Otto Pollak (der 1978 starb) in einen Taschenkalender, Helga in ihr Tagebuch.

55 min.
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